Blog

Veröffentlicht am 09.04.2021 von Lothar Arnemann

Telemedizin ist die Zukunft, die gerade passiert.

Es war ein routinemäßiger Arztbesuch. Eine Untersuchung fand gar nicht statt. Die Diagnose war offensichtlich, sogar Dr. Google hätte sie stellen können. Trotzdem war es nötig, einen Arzt zu sprechen, allein schon wegen der Ver- und Krankschreibung. Schön, dass die Angelegenheit nach drei Minuten erledigt war. Schade, dass man vorher 2 Stunden im Wartezimmer und eine halbe im Bus sitzen musste. Auf den hatte man eine viertel Stunde gewartet, auf den Termin 3 Monate. Da fällt es schwer sich über den zügigen Gesprächsverlauf zu freuen. 

 Der Arztbesuch kann ein Problem sein.

Was unter normalen Bedingungen schon mehr als ärgerlich ist, gerät während der Pandemie zu einem echten Problem. Vor allem wegen des Ansteckungsrisikos im Wartezimmer und auf dem Weg dorthin. Das bedeutet sowohl unnötige Infektionen als auch Gesundheitsschäden, weil Kranke sich eventuell nicht zum Arzt trauen. Hilfe verspricht Telemedizin Dieser Sammelbegriff umfasst Maßnahmen der Administration, Forschung, Lehre und Prävention. Besonders spannend im oben beschriebenen Zusammenhang sind allerdings die Aspekte der Gesundheitsversorgung, genauer: Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten einerseits und andererseits unter Ärzten, insbesondere zur Beratung der Allgemeinmediziner durch Spezialisten. 

 Telemedizin ist keine neue Idee.

Telemedizin war schon vor der Pandemie ein spannendes Thema. Für alte Menschen in schlecht angebunden Gegenden sind die Vorteile offensichtlich. Aber auch von Infrastrukturellen Herausforderungen abgesehen ist die Idee sinnvoll, um lückenlose medizinische Versorgung zu sichern. Sogar Notaufnahmen könnten dadurch entlastet werden. Viele Patienten erscheinen dort aus reiner Verzweiflung, weil sie trotz akuter Symptome keine Sprechstundentermine bekommen. 

Fernbehandlungsverbot wird von der Realität eingeholt.

Bisher stand der Telemedizin das Fernbehandlungsverbot entgegen. In der Berufsordnung für in Deutschland tätige Mediziner hieß es: „Ärztinnen und Ärzte dürfen individuelle ärztliche Behandlung, insbesondere auch Beratung, nicht ausschließlich über Print- und Kommunikationsmedien durchführen. Auch bei telemedizinischen Verfahren ist zu gewährleisten, dass eine Ärztin oder ein Arzt die Patientin oder den Patienten unmittelbar behandelt.“ Seit Mai 2018 gilt dies nicht mehr. Weiterhin durften aber nur Patienten aus der Ferne behandelt werden, die dem Arzt schon persönlich bekannt sind. Zusätzliche Lockerungen folgten am 1.4.2020. Seitdem sind z.B. auch Krankschreibungen ohne persönliche Anwesenheit möglich. Anbieter von Videosprechstunden wie z.B. kry oder Teleclinic berichten von einem Anstieg der Nachfrage um 600 bzw. 500 Prozent. „Wurden 2019 deutschlandweit noch 3.000 Onlinesprechstunden durchgeführt, waren es im Pandemiejahr 2020 ­alleine im zweiten Quartal 1,2 Millionen.“ So berichtete forbes.at im März 2021.