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Veröffentlicht am 14.07.2021 von Lothar Arnemann

Generation Z steht nicht vor der Tür.

Erfahrene Personalerinnen sind es gewohnt Bittstellern gegenüber zu sitzen. Das ändert sich. Generation Z kommt, aber sie steht nicht vor der Tür. Sie sitzt zu Hause und wenn sie freundlich gefragt wird, kommt vielleicht mal vorbei, um sich ein Angebot anzuhören. Am liebsten spontan.

 

Generation wer?

Schon in Generation Y, den Geburts-Jahrgängen 1980-94, manifestiert sich eine 180-Grad-Wende in der Abwägung zwischen Privatleben und Arbeit seit den Babyboomern (1955-1964). Typisch für die: hohe Karriereziele, Einsatzbereitschaft, der Wille und die Fähigkeit, sich anzupassen. Man lebte, um zu arbeiten. Mit der Generation X (1965-79) kam ein Wandel. Die Work-Life-Balance wurde Thema. Man arbeitete eher, um zu leben. Für Generation Y standen dann Hedonismus und Selbstverwirklichung klar im Vordergrund. Karriere wurde zweitrangig. Das Ende der Wehrpflicht steht fast schon sinnbildlich für die Vorstellungen dieser Jahrgänge. 

 

Da steckt ein „no“ in „Burnout“

Nun also Generation Z. Die Jahrgänge 1995 bis 2010* wissen, dass sie auf dem Arbeitsmarkt begehrt sind. Unbezahlte Praktika und Wochenendschichten bis zum Burnout haben sie gar nicht nötig. Freizeit ist das Wichtigste, Arbeit nur noch eine Notwendigkeit. Und mit dem sinkenden Stellenwert des Berufs schwindet auch die Loyalität zum Arbeitgeber. Eine Kündigung ist schnell geschrieben. Generell gilt Unverbindlichkeit als wichtiges Merkmal der Gen Z. Für uns ist die interessanteste Neuerung in Gen Z aber ihr Wunsch nach einer klaren Trennung von Privatleben und Arbeit. Es geht nicht mehr darum, noch flexiblere Arbeitszeit- und Vergütungsmodelle zu gestalten, denn diese führen nicht zu weniger Arbeit. Klar geregelte Zeiten stehen wieder hoch im Kurs. Der Weg zu Freiheit und Flexibilität im Privaten soll über Sicherheit und Struktur im Beruf führen. 

 

Gegangen als Arzt, zurück als Patient.

Wenn die Boomer in Rente gehen und ihre Karriere-Ambitionen mitnehmen, werden sie den Unternehmen fehlen – quantitativ und qualitativ. Die quantitative Dimension dieses Wandels ist für uns nichts Neues. Pfleger wie Ärzte sind längst Mangelware. Die völlig neuen Erwartungen der Kandidaten werden aber auch die Unternehmen des Gesundheitswesens noch vor zusätzliche Herausforderungen stellen. Diese müssen bewältigt werden, denn die Boomer verlassen nicht nur ihre Stellen, sie kommen als Patienten wieder. 

Die große Herausforderung für Arbeitgeber wird sein, die Wünsche und Ziele mehrerer Generationen zu harmonisieren. Dies wird sich nur mit progressiven und vor allem individuellen Konzepten bewerkstelligen lassen. 

 

*Je nach Quelle kann diese Zeitspanne leicht variieren

Quellen: 

https://www.thieme.de/de/pflege/generation-z-arbeiten-leben-117254.htm

https://simon-schnetzer.com/generation-xyz/