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Veröffentlicht am 02.11.2021 von Lothar Arnemann

Mit Statistik zum Erfolg?

Je weiter die Spezialisierung in einer Branche voranschreitet, desto arbeitsteiliger werden die Abläufe in den Unternehmen und desto wichtiger wird das Prozessmanagement. Die gilt insbesondere, wenn die Qualitätsansprüche hoch sind, wie zum Beispiel im Gesundheitswesen, wo grundsätzlich eine Null-Fehler-Policy herrschen sollte. Ein Tool, das diesem Anspruch gerecht zu werden verspricht, ist Six Sigma.

Seit 20 Jahren auf dem Markt 

Neu ist dieses Managementsystem nicht. Schon seit den 2000ern ist es im Gespräch, und gerade das macht es interessant. Inzwischen hat es sich in der Praxis bewährt. Viele namhafte Unternehmen arbeiten damit.

Das Wesentliche an diesem Managementsystem sind einerseits der Fokus auf statistische Mittel und andererseits die Führungspsychologie. In Anlehnung an asiatische Kampfsportarten werden für die Skill-Level im Umgang mit Six Sigma Gürtel verliehen. Wer die Prüfung zum Schwarzgurt erfolgreich abgelegt hat, kann nachweislich Projekte nach dem Six Sigma Prinzip leiten. 

 Die fünf Phasen

Der Ablauf eines Projekts wird immer in die folgenden fünf Phasen eingeteilt (DMAIC):

Optiierung in fünf Phasen

1.     (D)efine: Was ist das Problem? Wer sind die Stakeholder?

2.     (M)easure: Wie groß ist das Problem? Daten werden gesammelt, um den status quo zu ermitteln und die Effektivität der Prozesse zu erörtern.

3.     (A)nalyse: Was sind die Ursachen für das Problem? Analyse der Daten und Rahmenbedingungen, um Einflussfaktoren und deren Wechselwirkungen untereinander ausfindig zu machen. 

4.     (I)mprove: Kann man eine Lösung entwickeln? Wichtig sind hierbei Pilotprojekte, die zeigen, ob Änderungspläne funktionieren.

5.     (C)ontrol: Wie kann man die Nachhaltigkeit der Verbesserung sicherstellen? Hierbei geht es um systematische Dokumentation mithilfe eines Kontrollplans.

Zum Arbeiten braucht man Werkzeuge

Auf den ersten Blick wirkt diese Vorgehensweise intuitiv und simpel, fast schon trivial. Was jedoch auch zu den Besonderheiten des Ansatzes zählt, sind die Werkzeuge: für Kunden (House of Quality), für Projekte (Netzplantechnik), für Schlankheit (Wertschöpfungsanalysen) und weitere Themenfelder liegen passende Tools im Six Sigma Werkzeugkasten. 

Jedem Prozess liegen statistische Qualitätsziele zugrunde und Six Sigma zielt darauf, Abweichungen davon zu minimieren. Anhand von Zahlen soll objektiv beurteilt werden, ob ein Projekt erfolgreich ist oder nicht. Statistische Messverfahren zeigen, wie weit Ziele und tatsächliche Ergebnisse übereinstimmen. 

Angekommen im Gesundheitswesen

Ein Beispiel für die erfolgreiche Anwendung im Gesundheitswesen sind z. B. Optimierung der OP-Planung. Aber auch bei finanziellen Optimierungen und Steigerung der Patientenzufriedenheit hilft der statistisch orientierte Ansatz durchaus. 

 Die anfängliche Skepsis gegenüber den Six Sigma Methoden scheint überwunden und so bilden sich auch immer mehr Chefärzte in diesem Bereich weiter. Es wurde allerdings noch keiner gesehen, der seinen schwarzen Gürtel tatsächlich trägt. Schade eigentlich. 

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