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Veröffentlicht am 28.10.2021 von Lothar Arnemann

Recruiting darf auch Spaß bringen.

Personalmangel gefährdet den Erfolg von Unternehmen. Im Gesundheitswesen ist dies doppelt problematisch, denn zum einen betreffen Defizite hier das Wohl vieler einzelner. Zum anderen ist die Branche mit 5,3 Mio. Beschäftigten ein bedeutender Faktor unserer Volkswirtschaft. Fast jede achte erwerbstätige Person ist hier unter Vertrag. Wenn es hier nicht läuft, haben wir Probleme und die müssen gelöst werden.

 

Personalmangel ist ein systemisches Problem

Der Personalmangel im Gesundheitswesen hat viele Gründe. Dazu gehören die Studienbedingungen für Mediziner, Aufgabenverteilung im Krankenhaus, Arbeitsbedingungen in der Pflege. Nur wenige dieser Herausforderungen kann ein einzelnes Unternehmen angehen. Überwiegend geht es um systemische Fragen, die auf Verbandsebene, vor allem aber im Politischen gelöst werden müssen.

 

Zurzeit ist jeder auf sich gestellt

Bis es so weit ist, muss jedes Unternehmen zusehen, seinen Teil vom Kuchen abzubekommen, d.h. passende Arbeitskräfte anzusprechen und sich als attraktiven Arbeitnehmer präsentieren. Das ist natürlich leicht gesagt, denn um dies glaubhaft zu tun, muss man sein, was man vorgibt. Andernfalls wird man es mit erheblicher Fluktuation zu tun haben, die unnötig die HR-Abteilung belastet. 

Schritt 1: Arbeitgebermarke werden

Gelingt es, eine angesehene Arbeitgebermarke zu werden, hat dies nicht nur Vorteile für das Recruiting. In einem ganzheitlichen Kommunikationskonzept kann diese Stärke auch die Kundenkommunikation unterstützen. Die Logik: Guter Arbeitgeber hat zufriedene Arbeitnehmer und die machen einen guten Job. Der Weg zur Arbeitgebermarke führt über eine mitarbeiterorientierte Personalpolitik. Um es zuzuspitzen, möchten wir Robert Bosch zitieren: „Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne bezahle. “

 

Schritt 2: progressives Recruiting

Nehmen wir an, ein Unternehmen hat die nötigen Maßnahmen erfolgreich umgesetzt: Wie spricht es dann am besten die Zielgruppe an? Eine progressive Antwort darauf lautet: Recruitainment. Das ist der Versuch, potenzielle Bewerber auf spielerische Weise mit den wesentlichen Recruitingfragen zu konfrontieren. Dies geschieht online. Somit ist das Ganze nicht nur spielerisch, sondern auch unverbindlich und ohne nennenswerten Aufwand für Interessenten möglich. Namhafte Unternehmen haben bereits entsprechende Angebote geschaffen. 

 

So bringt Recruiting Spaß

Eine reduzierte Form davon ist der Raketenstart der Sana-Gruppe. 

Im Rahmen eines originellen Storytellings werden hier grundlegende Stärken, Schwächen und Interessen abgefragt, um anschließend geeignete Tätigkeitsfelder vorzuschlagen. 

Weiter entwickelt ist zum Beispiel das Angebot der Commerzbank. „Probier dich aus“ heißt

es und ist quasi ein kleines Online-Assessment-Center. Vielfältige Aufgaben von der To-do-Liste eines Beraters sind zu lösen, um möglicherweise auch ungeahnte Begabungen zu entdecken. Dazu gehört es, einen Kunden zu begrüßen, dessen Anliegen zu erfragen, Angebote auszuwählen und gemeinsam das Kreditformular durchzugehen. Eine andere Aufgabe ist es, einen Haushaltsrechner zu programmieren. Hier zeigt sich schon das weite Suchfeld, in dem hier gearbeitet wird.


Gerade bei Neueinsteigern kann dieses Tool Neugier wecken und dem Unternehmen helfen, sich positiv von der Konkurrenz abzugrenzen. Die Tools sind also da. Teilweise fehlen noch die Voraussetzungen, teilweise der Mut, sie einzusetzen.