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Veröffentlicht am 31.05.2021 von Lothar Arnemann

Dranbleiben!

Beim Personalmanagement ist es ein bisschen wir im Restaurant: Wenn das Essen nicht gut ist, fragt der Kellner nicht, ob es geschmeckt hat. Er kennt die Antwort. Wer hingegen ein Kunstwerk auf den Tisch bringt, lässt sich das zu erwartende Lob nicht entgehen. In diesem Sinne verstaut auch der engagierte Personalmanager die Akte nicht auf dem Dachboden, sobald der Vertrag unterschrieben ist. Im Gegenteil. Es gehört zum Service anspruchsvoller Personaldienstleister ihre Kunden und deren neue Führungskräfte auf ihrem gemeinsamen Weg zu begleiten. Dies sichert den langfristigen Erfolg für alle Beteiligten.

Engagierte Personalmanager schließen keinen Job jemals ab. 

Mindestens im ersten Jahr sollten regelmäßige Feedback-Gespräche stattfinden. Anfangs monatlich, später ganz nach Fingerspitzengefühl. Und auch nach dem ersten Jahr ist mindestens ein Gespräch im Jahr sinnvoll. Sowohl beim Arbeitgeber als auch beim Arbeitnehmer muss der Personalmanager aufmerksam zuhören und gegebenenfalls auch Zwischentöne wahrnehmen, die auf Konfliktpotenzial schließen lassen. Aufkeimende Probleme müssen klar benannt und ausgeräumt werden, bevor es kracht. Wenn es nicht anders geht, ist der Personalmanager die Instanz, die frei von unwichtigen oder gar schädlichen Einflüssen wie Eitelkeit oder Bequemlichkeit eine Neubesetzung vorschlagen muss. Er darf dabei keine Angst haben, eine Fehlbesetzung einzugestehen. Das muss nicht die Schuld des Vermittlers sein. Natürlich kann es passieren, dass der Kandidat letztlich nicht so gut passt, wie es den Anschein hatte. Menschen sind kompliziert. Eine Neubesetzung ist unangenehm und sollte die Ausnahme bleiben. Wirklicher Schaden entsteht aber nur, wenn Wunschdenken konsequentem Handeln im Weg steht. Dann kracht es früher oder später.

Alle profitieren.

 Auch die Betreuung nach Vertragsabschluss zielt auf eine Win-win-win-Situation ab. Der neuen Führungskraft bleibt evtl. die erhebliche psychische Belastung erspart, die Unzufriedenheit des Arbeitgebers mit sich bringt. Der Arbeitgeber vermeidet Probleme, die sich aus einer Fehlbesetzung ergeben. Das kann können schlechte Stimmung im Unternehmen oder schwere Fehler in Strategie oder Tagesgeschäft sein. Positiv formuliert: Die neue Führungskraft fühlt sich gut aufgehoben und arbeitet mit Selbstvertrauen. Das Unternehmen fühlt sich von seinem Dienstleister gut betreut. Und beide liegen richtig mit ihrem Gefühl. Für den Personalmanager haben die regelmäßigen Gespräche auch Vorteile. Er bleibt auf dem Laufenden, pflegt sein Netzwerk, erfährt, was in den Unternehmen los ist und wie sich der Markt verändert. Und natürlich hat er das gute Gefühl, seine Arbeit ordentlich zu machen. Das ist unbezahlbar.