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Veröffentlicht am 02.06.2021 von Lothar Arnemann

Onboarding im Krankenhaus

Onboarding im Krankenhaus

Auch wenn die Tinte unterm Vertrag trocken ist, steht der Erfolg einer Stellenbesetzung noch lange nicht fest. Ca. 30% der neu eingestellten Mitarbeiter kündigen noch vorm ersten Arbeitstag. Zahlreiche weitere Führungskräfte gehen während der Probezeit verloren. Dies kann daran liegen, dass die Stelle von Anfang an unzutreffend beschrieben wurde. Diese Fehlerquelle können Personalberater leicht abstellen, wenn sie die Branche und den betreffenden Job wirklich kennen. 

Onboarding spart Stress und sichert Produktivität

 Ein anderer Grund für frühzeitiges Scheitern eines Arbeitsverhältnisses ist schlechtes oder gar nicht existentes Onboarding. Eine Infomappe zur Begrüßung reicht nicht. Um die schwierige Zeit der Einarbeitung zu meistern, braucht die neue Führungskraft mehr als nur Zahlen, Daten und Fakten. Die persönliche Ebene ist wichtig und Gesten können viel bewirken. Je weniger Energie die neue Führungskraft investieren muss, um sich im neuen Umfeld zu orientieren, desto besser kann sie sich auf die eigentlichen Aufgaben konzentrieren und schneller ihre volle Produktivität entfalten. Davon profitieren alle. 

Ein Leitfaden für erfolgreiches Onboarding

Je nach Stelle können Onboardingprozesse sehr unterschiedlich aussehen. Folgende Punkte könnten grundsätzlich hilfreich sein:

Preboarding
Grunsätzliche Informationen und Updates noch vor dem ersten Arbeitstag können schon frühzeitig eine Beziehung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufbauen und Erwartungen managen. Gutes Erwartungsmanagement vermeidet Enttäuschungen.

Digitales Onboarding
Oft bedeutet ein neuer Arbeitsplatz auch einen neuen Wohnsitz. In dem Fall können digitale Pre- und Onboarding-Konzepte sehr nützlich sein. Clinic Buddy ist ein Dienstleister, der in diesem Zusammenhang zu erwähnen ist. Das Unternehmen ermöglicht Austausch von Informationen Dokumenten und ermöglicht E-Learning Kurse, die auf die neue Stelle zugeschnitten sind.

Einrichten des Arbeitsplatzes 
Die Banalitäten des Arbeitsalltags sind am ersten Tag wichtiger, als man denkt. Falls zum Beispiel die E-Mail-Adresse noch nicht eingerichtet ist, drückt dies wenig Wertschätzung für die neue Führungskraft aus und wirft auch kein gutes Licht auf das Unternehmen. Diese scheinbare Kleinigkeit kann schon den ersten Schatten auf das Arbeitsverhältnis werfen. Punkt eins dieser Checkliste ist also eine Checkliste.

Informationen
Alle nötigen Informationen sollten sorgfältig und ordentlich aufbereitet zur Verfügung stehen. Dazu gehören mindestens alle Angaben über den Träger, das Haus und die Abteilung sowie ein Organigramm und eine Übersicht über alle relevanten Gremien. 

Persönliche Gesten 
Gibt es etwas zu feiern oder findet irgendein außergewöhnliches Ereignis statt? Dann laden Sie Ihren Neuzugang ein – auch wenn die Person vorerst nur auf dem Papier dazugehört. In einem entspannten Umfeld können so erste Kontakte entstehen, die den ersten Tag deutlich entkrampfen. 

Vorstellungsrunde
Dieses Ereignis ist wichtig. Alle Teammitglieder sollten rechtzeitig informiert und vor allem anwesend sein. Planen Sie die Zeit dafür großzügig. Es ist sinnvoll, förmlich zu beginnen, jeden mit seinen Aufgaben vorzustellen, so dass ein Eindruck der Strukturen und Prozesse entsteht. Abschließend kann ein informeller Teil für einen harmonischen Abschluss sorgen, in dem erste persönliche Eindrücke entstehen. Den Übergang zwischen beiden Teilen kann die Übergabe eines Willkommensgeschenks markieren.

Ansprechpartner
Für die ersten 3-6 Monate sollte dem neuen Team Leader ein erfahrener Ansprechpartner auf einem angemessenen Hierarchie-Level zur Verfügung stehen, der Fragen beantworten und in kritischen Situationen auch mal vermitteln kann.

Feedback 
Die Geschäftsführung sollte in regelmäßigen Abständen Feedback vom Neuzugang und aus dem Team einholen. Falls irgendwo Spannungen entstehen und ungünstige Entwicklungen sich abzeichnen, gilt es rechtzeitig einzugreifen.

Maßnahmen zum Onboarding werden in deutschen Unternehmen zunehmend genutzt, aber es ist noch sehr viel Luft nach oben. Vor allem fehlen bisher Ansätze, Kennzahlen zu definieren und den Erfolg der verschiedenen Maßnahmen zu kontrollieren. Hier sehen wir großes Potenzial, um sich als Krankenhaus vom Wettbewerb positiv abzuheben und hochqualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen. Planvolles Onboarding ist Ausdruck von Professionalität. Es drückt Wertschätzung für die neue Führungskraft aus und entlastet sie. Fazit: eine sinnvolle Investition.